Chronische Niereninsuffizienz macht sich meist erst im späteren Krankheitsverlauf bemerkbar. Es gibt allerdings Risikofaktoren, welche die Entstehung einer chronischen Niereninsuffizienz begünstigen können. Zu den Faktoren gehören Bluthochdruck sowie Diabetes. Menschen, die unter Bluthochdruck sowie Diabetes leiden, sollten einer Nierenerkrankung vorbeugen. Ein Arzt kann sie hinsichtlich Vorbeugung und Beobachtung der Nierenfunktion beraten.

Wie wird eine chronische Niereninsuffizienz charakterisiert?

Eine chronische Niereninsuffizienz wird als solche bezeichnet, wenn das Blut über die Nieren nicht mehr gründlich gereinigt werden kann. Die Nieren sind stark geschädigt und infolge dieser Schädigung können die Abfallprodukte und Abbauprodukte sich im Blut sammeln. Dadurch wird der Körper schließlich geschädigt.

Welche Aufgabe hat die Niere und welche Faktoren können zur chronischen Niereninsuffizienz führen?

Die Nieren sind für die Körperentgiftung zuständig. Eine große Zahl (ca. 1 Million) an Blutgefäßknäueln filtern Gifte und Abbauprodukte aus dem Blut und leiten diese in die Niere und letztendlich über die Blase aus dem Körper. Die Blutgefäßkörper sind Glomeruli. Der „Müll“ des Körpers muss aus dem Körper transportiert werden, bevor er dem Körper schadet. Die Filtration, auch als glomeruläre Filtration bezeichnet, kann nur bei gesunden Nieren funktionieren. Bestimmte Faktoren können schlecht auf die Nieren wirken und die Nieren angreifen. Zu den Faktoren, welche die Nierengesundheit ungünstig beeinflussen gehören:
– Bluthochdruck
– Diabetes
– Gifte
– Medikamente (bestimmte)

Die Faktoren können eine chronische Nierenerkrankung verursachen. Die chronische Niereninsuffizienz kann zu einem kompletten Nierenversagen führen.

Chronische Niereninsuffizienz und die glomuläre Filtrationsrate

Um eine Niereninsuffizienz zu diagnostizieren und gleichzeitig das Stadium dieser einzuordnen, wird die GFR, kurz für glomuläre Filtrationsrate, gemessen. Pro Minute bilden beide Nieren ca. 120 Milliliter Harn (Primärharn). Dieser Wert wird als die GFR von gesunden Nieren zugrundegelegt. Befindet sich die chronische Niereninsuffizienz im Endstadium, kann sogar nur eine GFR von 15 Milliliter Harn pro Minute vorliegen. Bei einer chronischen Niereninsuffizienz ist die GFR also erniedrigt.

Durch die GFR teilen die Ärzte eine chronische Niereninsuffizienz in folgende fünf Stadien bzw. Schweregrade ein:
Stadium I: GFR normal, Nierenerkrankung liegt vor
Stadium II: GFR zwischen 60 und 89 ml – leichte Niereninsuffizienz vorhanden
Stadium III: GFR zwischen 30 und 59 ml – mäßige Niereninsuffizienz vorhanden
Stadium IV: GFR zwischen 15 bis 29 ml – schwere Niereninsuffizienz vorhanden
Stadium V: GFR unter 15 ml – terminale Niereninsuffizienz

Chronische Niereninsuffizienz – welche Symptome können auftreten?

Bei einer leichten Beeinträchtigung der Nierenfunktion, sind kaum Symptome vorhanden. Die Erkrankung macht sich meist erst in Stadium IV mit Symptomen bemerkbar.

Zu den Symptomen gehören beispielsweise:
– Durst, Harndrang (frühe Symptome), die den Wasserhaushalt beeinträchtigen und zur Urämie fühen
– Ödembildung (im späteren Verlauf durch Überwässerung des Körpers)
– Blutdrucksteigerung

Treten Organschäden infolge der im Blut angesammelten Gift- und Abfall- sowie Abbauprodukte auf, können folgende Symptome auftreten:
– Übelkeit und Erbrechen
– Mundgeruch (Atem riecht nach Urin)
– Juckreiz
– gelbliche Haut
– Appetitlosigkeit
– Abgeschlagenheit
– Apathie und Muskelschwäche
– veränderte Sinneswahrnehmung

Wird durch die chronische Niereninsuffizienz der Elektrolythaushalt des Körpers gestört, kommt es zu Herzrhythmusstörungen und es kann ein komatöser Zustand einsetzen.